Lesung der Literaturwerkstatt in Darmstadt am 25. April 2026

Ich bin dabei, eine Lesereihe mit Lesungen meiner Literaturwerkstatt in Darmstadt, die seit Februar 2005 besteht, zu gründen. Nachdem im April ’25 sechsundzwanzig Autorinnen und Autoren zur Präsentation der von mir herausgegebenen Anthologie „Und man hört sie doch. 20 Jahre Literaturwerkstatt in Darmstadt“ (hochroth Heidelberg) angereist sind, um ihre Texte zu lesen, sollen nun einmal im Jahr die Autorinnen und Autoren meines Seminars die Möglichkeit erhalten, ihre Texte in einem großen Saal mit wunderbarer Akustik und einer verzierten Glasfensterfront zu präsentieren. Von der Entwicklung des Konzepts im vergangenen Sommer bis zur Veranstaltung gab es ungezählte Stunden an Vorbereitung mit unerwarteten Herausforderungen, detaillierten Absprachen und einigen Treffen. Am kommenden Samstag findet die erste Lesung der geplanten Lesereihe nun statt.
Ulrike Sabine Maier liest zwei Passagen aus ihrem Roman „Hinter tausend Stäben“, der im Herbst 2025 in der Edition Federleicht, Fuldatal, erschien. Drei Zeilen zur Charakterisierung dieses vielschichtigen Werkes entnehme ich der Website der Autorin: „Ein Frauenleben der Extreme und eine Kindheit in dunklen Zeiten. Eine Existenz zwischen Weißer Rose und der Kulturelite des NS-Regimes. Ein Romandebüt, das zeigt: Vergangenheit ist immer auch Gegenwart.“ Sven Buchsteiner verwandelt, wie schon in deinem Lyrikdebüt „Nachhallschatten“ (Edition Federleicht, Fuldatal 2024), in seinen Gedichten existenzielle Situationen in poetische Schnappschüsse. Die Poesie von Lea Matusiak ist cool, verspielt, souverän und gleichzeitig existenziell. Sandra Ade liest nach ihrem Debüt „An manchen Tagen steht die Erde kurz still“ (hochroth Heidelberg, 2025) neue Kürzestgeschichten. Auch in diesen neuen Texten wird spürbar, dass der Einzelne Teil von etwas Größerem ist, was sich seiner Kontrolle entzieht. Elke Barker, deren Erzähldebüt „Und zwischen uns das Meer“ im Jahr 2022 im Frankfurter Axel Dielmann Verlag erschien, präsentiert die Kurzgeschichte „Die Taube“: eine Vater-Tochter-Beziehung, auf die auch zutrifft, was ich im Vorwort zu Elke Barkers Band mit Erzählungen schrieb: „Vertrauen ist unberechenbar. (…) Die Spannung liegt vor allem in der Atmosphäre. (…) vielschichtige Energie des Textes.“ Nach jeder Lesung führe ich ein Gespräch über Hintergründe, Selbstbeschreibungen, Arbeitsmethoden etc.
Der Musiker, Alexander Roth, der mehrmals auftritt und fünf Jahre lang Teilnehmer meiner Literaturwerkstatt war, ist Teil der Berliner Independentband „Yoga“, hier der Link zum Album „Amnesie“. Am 25. April spielt er solo und er beschreibt seine Arbeit so: „Für den Auftritt beim Literarischen Abend konzentriere ich mich auf meine Instrumentalstücke, in deren Zentrum der Loop als ästhetisches Prinzip steht. Melancholie aus der Wiederholung des Immergleichen, Warten auf Veränderung, Hoffen auf Befreiung – Motive, die mein musikalisches und literarisches Denken verbinden.“
Ich wollte den Flyer hier in akzeptabler Größe aufnehmen. Um den Inhalt zu lesen, einfach mit den bekannten Tools vergrößern.
6 Kommentare
Lajla
Toll Martina, das wird bestimmt ein sinnliches Erlebnis. Aus solchen Events können auch Freundschaften entstehen.
Viel Spaß und gutes Gelingen für deine Moderation.
Olaf Westfeld
Das wird bestimmt eine tolle Veranstaltung. Gute Idee, da Musik einzufügen. Und ein schönes Plakt. Gutes Gelingen auch von mir!
Martina Weber
Lajla, im Seminar ist es schon freundschaftlich. Wenn die Stimmung nicht so gut wäre, würde ich mir nicht monatelang die Arbeit für einen solchen Abend machen.
Das Foto fürs Plakat habe ich gemacht. Über das Motiv haben wir auch einen Tag lang hin und hergemailt. Ursprünglich erhielten wir ein ganz anderes Motiv als Vorschlag.
Alex
Danke für den Musiktipp, Martina. Yoga sind so ziemlich mein cup of tea. Gut abgehangener Indierock in deutscher Sprache. Ich wünsche Dir viel Erfolg mit der Veranstaltung. Leider kann ich nicht kommen.
Martina Weber
Das freut mich, Alex. Vielleicht gefällt dir dann auch die gruppe „the american analog set“, auch wenn sie auf Englisch singen. Ich mag am liebsten das Album „through the 90s. singles and unreleased“. Wahrscheinlich gibt es die CD nicht mehr. Ein paar Tracks möglicherweise auf youtube oder woanders. Es gibt natürlich noch weitere Platten der Band.
Alex
Tja in der Tat, AAS mag ich sehr, eine meiner Lieblingsbands. Ich habe sie zweimal live gesehen, besonders gefallen hate mir ihr Konzert im Dreikönigskeller vor knapp 24 Jahren. Eine der Bands, die eine Aura haben, die Musik wärmt von innen und außen und nimmt sofort gefangen. https://musik.antville.org/stories/691240/