Bill Bruford, master drummer & storyteller
Irgendwie kam ich auf flowflow vor Tagen auf meine liebsten Interviewpartner im Laufe der Jahrzehnte zu sprechen, und da darf in meinem Top 10 der Drummer Bill Bruford nicht fehlen. Wunderbar allürenfrei, ein authentsicher Gentleman, ein Künstler, der in seinem Leben sehr verschiedene Klangwelten erforscht und mitgeprägt hat – und nebenher noch ein exzellenter Storyteller ist, inhaltliche Substanz und pointierte Darstellung einswerden lässt. Das ist auch hier zu erleben, wenn man ihm gut zuhört, wenn er vom King Crimsons Klassealbum „Larks’ Tongues in Aspic“ erzählt. Ich traf ihn dreimal, in Kristiansand und zweimal in Köln – ein Künstler, der sofort eine entspannte Interviewatmosphäre herstellt, seinem Gegenüber natürliche Wertschätzung entgegen bringt, und einfach nur der Traum eines Musikjournalisten ist, in der Hinsicht, dass er einen fantastischen OTON nach dem anderen liefert, bestechend analytisch und dezent humorvoll. Mit King Crimson erlebte ich ihn in Nürnberg 1982 mit 30000 Zuhörern – neben Neil Young war das „Discipline“-Quartett das Highlight eines langen Festivaltages – und sechzehn Jahre später auf der Bühne im Westfalenpark von Dortmund – ein weiterer Sommerabend voller Magie! Seine schon etwas ältere Autobiografie ist ein Muss für alle, die tiefer in Bill Brufords Denkweisen und Erlebnisse als Bandleader und Sideman eindringen wollen. Und sie ist en passant sehr witzig – das bessere Wort wäre „sophisticated“! HIER noch ein Auftritt von Bill Bruford als Interviewgast, der einen weiten Bogen schlägt – timewise, soundwise!