On Learning to Dissect Fetal Pigs, by Renée Nicole Macklin

i want back my rocking chairs,

solipsist sunsets,

& coastal jungle sounds that are tercets from cicadas and pentameter from the hairy legs of cockroaches.

i’ve donated bibles to thrift stores

(mashed them in plastic trash bags with an acidic himalayan salt lamp—

the post-baptism bibles, the ones plucked from street corners from the meaty hands of zealots, the dumbed-down, easy-to-read, parasitic kind):

remember more the slick rubber smell of high gloss biology textbook pictures; they burned the hairs inside my nostrils,

& salt & ink that rubbed off on my palms.

under clippings of the moon at two forty five AM I study&repeat

               ribosome

               endoplasmic—

               lactic acid

               stamen

at the IHOP on the corner of powers and stetson hills—

i repeated & scribbled until it picked its way & stagnated somewhere i can’t point to anymore, maybe my gut—

maybe there in-between my pancreas & large intestine is the piddly brook of my soul.

it’s the ruler by which i reduce all things now; hard-edged & splintering from knowledge that used to sit, a cloth against fevered forehead.

can i let them both be? this fickle faith and this college science that heckles from the back of the classroom

               now i can’t believe—

               that the bible and qur’an and bhagavad gita are sliding long hairs behind my ear like mom used to & exhaling from their mouths “make room for wonder”—

all my understanding dribbles down the chin onto the chest & is summarized as:

life is merely

to ovum and sperm

and where those two meet

and how often and how well

and what dies there

5 Kommentare

  • flowworker

    Lajla sandte mir dieses Gedicht mit beiliegender Übersetzung. ich bin hier nur der Go-Between:) m.e.

    Ich will meine Schaukelstühle zurück,

    solipsistische Sonnenuntergänge,

    & Dschungelgeräusche an der Küste, die Terzette von Zikaden und Pentameter von den behaarten Beinen von

    Kakerlaken sind.

    Ich habe Bibeln an Secondhandläden gespendet

    (habe sie in Plastikmüllsäcken mit einer sauren Himalaya-Salzlampe zerquetscht—

    die Post-Tauf-Bibeln, die von Straßenecken aus den fleischigen Händen von Eiferern gepflückt wurden, die

    vereinfachte, leicht lesbare, parasitäre Art):

    Ich erinnere mich mehr an den glitschigen Gummigeruch von Hochglanz-Biologie-Lehrbuchbildern; sie verbrannten die Haare

    in meinen Nasenlöchern,

    & Salz & Tinte, die sich auf meinen Handflächen abrieb.

    Unter Ausschnitten des Mondes um zwei Uhr fünfundvierzig Uhr morgens studiere ich & wiederhole

    Ribosom

    endoplasmatisch—

    Milchsäure

    Staubblatt

    im IHOP an der Ecke von Powers und Stetson Hills—

    Ich wiederholte & kritzelte, bis es sich seinen Weg bahnte & irgendwo stagnierte, worauf ich nicht mehr zeigen kann, vielleicht

    meinem Bauch—

    vielleicht ist dort zwischen meiner Bauchspeicheldrüse & meinem Dickdarm der kümmerliche Bach meiner Seele.

    Es ist der Maßstab, mit dem ich jetzt alle Dinge reduziere; hartkantig; splitternd von Wissen, das

    früher saß, ein Tuch gegen fiebernde Stirn.

    Kann ich sie beide lassen? Dieser wankelmütige Glaube und diese College-Wissenschaft, die von hinten im

    Klassenzimmer heraufbeschwört

    Jetzt kann ich nicht glauben—

    dass die Bibel und der Koran und die Bhagavad Gita lange Haare hinter meinem Ohr wie Mama

    früher benutzte & aus ihren Mündern ausatmete „Platz für Wunder schaffen“—

    Mein ganzes Verständnis tropft das Kinn hinunter auf die Brust & wird zusammengefasst als:

    Das Leben ist lediglich

    zu Eizelle und Sperma

    und wo sich diese beiden treffen

    und wie oft und wie gut

    und was dort stirbt

  • Michael

    In der FAZ ein langer Artikel

    Am vergangenen Mittwoch starb in den USA eine Frau durch Schüsse eines ICE-Beamten: Renee Nicole Good war dreifache Mutter – und eine ausgezeichnete Dichterin.

    ….

  • flowworker

    Tania Martini

    Ein Kommentar aus der FAZ

    Die Tötung einer Frau durch die amerikanische Abschiebebehörde gehorcht der Logik Carl Schmitts: Trumps Regierung sieht sich als der Souverän, der ständig nach der Logik des Ausnahmezustands regiert. Mit welchem Ende?

    Eine „Shit Mum“ sei Renee Nicole Good gewesen, hetzen paranoide rechte Männer gegen die vor wenigen Tagen getötete Frau in den sozialen Medien. Unklar, ob ihre sexuelle Orientierung als lesbische Frau oder ihr offener Widerstand gegenüber der paramilitärischen Abschiebebehörde ICE ihr diesen Vorwurf einbrachte.
    Terroristen sind immer die anderen.

    Beides jedoch, so muss man folgern, gilt offenbar als hinreichender Grund, sie per Kopfschuss zu töten. Denn noch bevor es überhaupt eine Untersuchung gegeben hatte, erklärte Vizepräsident J.D. Vance, der Schütze genieße vollständige Immunität und die unbewaffnete Frau sei selbst schuld an ihrem Tod – obwohl das Videomaterial eine andere Realität zeigt.

    Das dürften Vance und sein Chef, der alle, die mit den Methoden der umstrittenen ICE-Polizeitruppe nicht einverstanden sind, als „radikale linke Gewalt- und Hass-Bewegung“ denunziert, mit Nicolás Maduro gemeinsam haben, der in seiner Regierungszeit Tausende von Menschen außergerichtlich töten ließ: Terroristen sind immer die anderen, und schuld ist natürlich immer der Terrorist, auch wenn er eine unbewaffnete Frau ist, die für demokratische Rechte eintritt.
    Ignorierte Menschenrechtsverletzungen.

    Der Historiker Timothy Snyder wies darauf hin, wie sehr die Trump-Regierung inzwischen Maduros unzweifelhaft autoritärem Unrechtsregime ähnelt. Bei dessen Entführung sei es gerade nicht darum gegangen, seine Menschenrechtsverletzungen zu benennen, sondern sie zu ignorieren. Das wirft auch ein Licht auf die veränderte Rolle der USA im geopolitischen Kontext. Nicht der gerechte Krieg im Namen demokratischer Werte – wie zweifelhaft dieser auch immer gewesen sein mag – bildet die Matrix, auf der die USA ihre Rolle definieren, sondern die Behauptung von Gefahr.

    Ob Drogen, Einwanderer, konkurrierende Staaten oder Demokraten – Politik wird zunehmend als Beherrschung des Notfalls inszeniert. Auf dem Spiel steht angeblich die amerikanische Sicherheit. Ständig und überall. Ein Notfall, in dem es, nüchtern betrachtet, meist um die Festlegung von Einflusszonen und die Neu-Organisation des Weltmarkts in der posthegemonialen Ära geht.

    Die Logik des Ausnahmezustands ersetzt darin zunehmend die Politik selbst.
    Dieser Ausnahmezustand ist nicht der vermeintlich notwendige Ursprung einer Ordnung, sondern Zeichen ihrer Erschöpfung. Und die Logik des Ausnahmezustands ist immer weniger ein Ausnahmefall, sondern immer mehr eine Regierungstechnik.

  • Michael E

    Das war eine staatlich legitimierte Hinrichtung, kein Totschlag, keine Notwehr – das war Mord, eingefangen in Bild und Ton!

  • flowworker

    Auszug aus Fahrenheit 11/9 ( 2018 ) von Michael Moore :

    Evil is a slow-moving organism.
    By the time it coalesces
    into one giant terror…
    …it is too late.
    We had spent too much time
    trying to comfort ourselves
    with the belief that the
    Constitution would save us,
    elections would save us,
    the special prosecutor
    would save us,
    impeachment would save us.
    We kept hoping-
    But it was that hope
    that killed us.
    Hope was wishful
    and passive and comforting.
    We didn’t need comfort.
    We needed action.
    And sometimes, I guess
    it takes a Donald Trump
    to make us wake up and realize
    that what we need to do
    is to acknowledge that we have to
    get rid of the whole rotten system
    that gave us Trump.
    And to realize that now,
    right now, our time is up.
    We need to act immediately…

    Allen in USA, die sich dem aktuell vollziehenden Irrsinn entgegen stellen, wünsche ich viel Mut, Kraft und Zuversicht.

    S.B.

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