Eine wunderbare Bluesplatte
Eine grosse Ecke für Bluesscheiben gibt es in meinem Archiv nicht, trotz all der guten Vorarbeit in frühen Jahren vom Canned Heat bis zu den Allman Brothers. Aber immer wieder mal entdeckte ich ein Album, das mich völlig begeisterte, obwohl der Blues selbst, ausser in der Disco (kleiner Scherz), nie so mein Ding war. Wenn man kein Spezialist und kein Sammler des Genres ist, stolpert man eher über bestimmten Alben, die aber dann umso mehr funzen: „Folk Singer“ war so ein Ding, von Muddy Waters, gern als audiophiler Schatz auf High-End-Messen vorgeführt, auf denen ich mich nie tummele, bei aller Liebe zu einer gut klingenden Hidi-Anlage. Aber ein toller Sound verstärkte, bei dieser LP etwa, die Eindringlichkeit des Vortrags. Eine Art Hyperrealismus!

Die begehrte Illusion, mit einem Musiker den Raum zu teilen. „He‘s here!“ Mein liebsten Bluesplatten teilen vielleicht etwas Abseitiges, das sie vom ganz klassischen Blues vielleicht minimal abhebt, dingfest kann ich das nicht immer machen. Ein weiterer Favorit wurde die einzige Platte, die John Lee Hooker für das Impulse-Label gemacht hat. Mehr archaische Wucht als „It Serves You Right To Suffer“ geht nicht. Ich besitze das Werk als SACD. Zu dieser kleinen Sammlung besonderer Bluesalben gesellte sich in den letzten Tagen auch „Today“, von Mississppi John Hurt, einer irgendwann nach Jahrzehnen wiederemtdeckten Legende des Blues. „Today“ heisst das nun auf Vinyl remasterte Teil, dieses Bluesmannes mit ungewohnt feinem Gesang und nicht minder feinnervigem Gitarrenspiel! So ein Crack wie John Martyn hat ihn sicher gekannt und geliebt! Dylan sowieso. Folkblues nennt sich das wohl, aber was weiss ich?!