• Julia, the improvisation, and the flow of ideas (2/5)

    Es ist sehr interessant, Julia Holters Gedanken zu folgen, insbesondere, WEIL sie sich Pausen leisten, Abschweifungen, Innehalten, Korrekturen. Das sind keine auf den Punkt gebrachten Antworten, griffig, pointiert, elaboriert – und darin spiegelt sich auch, wie sehr es in diesem Album um Improvisation geht, um Unvorhersehbares, plötzliche Eingebungen, Verwandlungen, und auch um Brüche, Fragilität, Zäsuren – als Spiegel ihres ganz privaten Ungangs mit „love and loss“, wie sie später noch andeuten wird. Das Arbeiten am Song als Prozess der Selbstentdeckung, der Trauerarbeit, der „Freilegung“. So ungeschnitten, mit allen Momenten der Stille, entsteht eine spezielle Stimmung (und ich sitze ihr ja nicht gegenüber, sie sitzt alleine da, „in her living room, perhaps“, und spricht ins Mikrofon). Meine zweite Frage:

    The album is brimming with ideas, sudden halts, unexpected turns… stretching the song fomat to limits and beyond… how did you look for a balance work between free form and, well, clearly defined structures? For example, in that wild and penultimate song, „Talking To The Whisper“, a journey in itself… Can you tell something about the growing of that piece, the jazz excursions,  the upheaval refelected in words like „love can be shattering….“?

  • Julia, the fluidity, and the power of song (1/5)


    Finally I got the fine double vinyl version of Julia Holter‘s bewitching new album „Something In The Room She Moves“. And I felt confirmed: it‘s a very different experience to listen to this work in its entirety than to splice it up in single pieces (as Olaf and I did when reviewing the tracks one after the other). Finally I could let fall myself into the music, float with it, and go much deeper than the analytic approach allowed me (and us) to do. And finally, Julia answered my questions, and did that not in a hurry, but with a calm flow of thoughts. She takes her time. More will follow, a radio appearance, too, and her first answer may be another invitation for some listeners to dive into the album. My first question was:

    Some moments of the album seem to be influenced, soundwise, by Kate Bush, and, from a distance, mirroring moods of Joni Mitchell‘s HEJIIRA. The Jaco Pastorius bass memories, the fluidity of the atmospheres…. Joni deliberately looked for a special  sound of constant movement as a means for  reflecting a long journey across the U.S.A. Devin Hoff does an excellent job here with the fretless bass.


  • Mrs Vandebilt und ich (1/5)

    „When your light is on the blink,
    you never think of worrying
    What’s the use of worrying?“

    (Paul McCartney)

    Es war zwischen den Jahren, und es ist ein wenig verrückt und unergründlich traurig gewesen. Das Abitur hatte ich schon ein Jahr in der Tasche, und in einer sehr warmen Frühlingswoche fuhr ein dafür komplett ungeeignetes Trio zur holländischen Nordsee. Ich muss mich ein wenig sammeln, beim Nacherzählen, und wohl den Teil mit „Eric Rohmer ab 18“ weglassen. Gestern sah ich eine Zeichnung von Walla (der Name ist erfunden) im Netz. Wenn Walla das hier lesen würde, hätte ich wahrscheinlich gleich einen säuerlichen Anruf zu erwarten. Ich glaube, wir waren uns von Anfang an nicht sonderlich sympathisch, und heiss war ich auf Walla auch nicht. Und umgekehrt war es genauso. Und dann war da noch Lore (der Name ist natürlich auch erfunden), und das machte die Reise rückblickend noch um einiges komplizierter. Die Blonde und die Brünette – und die von mir damals Angehimmelte sass in ihrem Dachgeschoss, und hatte mir nur einmal fünf Minuten Knutschen gestattet und sich von einem Idioten, der muskulös den Frauenkenner raushängen liess, und manches Girl mit einer erstklassigen Raubpressung von „Leonard Cohen live in Essen“ zu einem Kaffee in seine vier Wände gelotst hatte, durchvögeln lassen. Das war hart genug für mich zerfliessenden Romantiker. Und nun fuhr ich mit zwei leicht anstrengenden Mädels Richtung Scheveningen, für mindestens eine Woche. Das Beste an der Hinfahrt waren die zwei Platten von J. J. Cale, die als Kassette im Käfer liefen, wieder und wieder, „Naturally“ und „Really“, oder eine von den beiden. Wir waren anfangs schon guter Laune, von wegen Urlaubsstimmung, Holland, das Meer. „Wir sind Hippies!“ Knapp eine Woche später sass ich einer trostlos leeren Disco in Scheveningen, und ich erinnere mich daran, dass „You‘re So Vain“ und „Band On The Run“ zu hören waren. Ich trank zwei Bier, sah mein langes braunes Haar im Spiegel, und dachte an die sieben vergangenen Tage. Ein Highlight war, dass ich am Strand einen heissen Kakao mit Sahne bestellt hatte und dann feststellte, dass das, was sich Sahne nannte, hart und verklumpt war. Vor einem keinswegs amüsierten Publikum spuckte ich das schreckliche Zeug in einem Schwall aus. Es war also ein Frühjahrsabend in einer Disco, nichts passierte, ich träumte so vor mich hin, und dann passierte es doch, das grosse Abenteuer, wenn man das so nennen will.

  • „April Revelations“

    Unsere „Enthüllungen“ für den Monat April liegen nun vor. Von Ingos Reise durch diverse, von Charles Lloyd befeuerte, Jazzhorizonte, über Martinas „in depth“-Besprechung von Daniel Clowes‘ jüngster „graphic novel“, bis hin zu Jan R.‘s Zeitreise zu einem Pariser Konzert der Gruppe Can anno 1973. Wir erinnern in diesen „seitlichen“ Kolumnen gerne auch an alte Texte, alte Interviews, alte Hüte und Schätze, und versuchen das möglichst vielstimmig anzulegen. Wer so einen Monat voller „revelations“ mal im Alleingang aufbereiten möchte – einfach melden! So bietet ein älteres Gedicht von Rick Holland die Gelegenheit, an seine diverse Zusammenarbeiten mit Brian Eno zu erinnern. Es gibt auch Neues von Rick – dazu im April dann mehr.

    Es wird an den Klassiker „L.A. Confidential“ erinnert (in einem Atemzug mit dem mich stets auf Neue begeisternden Western „Silverado“, den ich seit er in die Kinos kam, gewiss fünfmal sah), an die Doku „The Greatest Night In Pop“ (Netflix) – in der Abteilung „Binge“ nicht ganz sachgerecht untergebracht. Wer dort eine neue tolle Serie vorstellen möchte, darf jederzeit meinen Binge-Text ersetzen, der ja sowieso im Blog Diary vorliegt. Es gab ja ein paar Serien, die einigen von uns zuletzt Deepness, Freude, Flow und Gänsehaut in unterschiedlichen Kombinationen bereiten konnten, ob True Detective‘s „Night Country“ oder die zwei Staffeln von „The Bear“, whatever…

    Als ich Jans „Liebeserklärung an ein 50 Jahre altes Album“ las, ist mir nochmal sehr bewusst geworden, wie anders man ab einem gewissen Alter solche Alben hört, die zum „Soundtrack unseres Lebens“ geworden sind. Sie dann immer noch als Abenteuer zu erleben, anti-nostalgisch, nicht rein historisch, ist nicht so leicht und hat einen besonderen Reiz. Witzig wird es, wenn man feststellt, so ein halbes Jahrhundert altes Teil komplett verpasst zu haben, und das ist mir so ergangen mit der Wiederveröffentlichung von „Band On The Run“ (die Edition mit den zwei CDs ; das Album kam raus am 5. Dezember 1973). Zwar kannte ich natürlich „Jet“ und Titelsong, aber dass die ganze Scheibe mich so von vorne bis hinten packt (ich meine so richtig packt, unabhängig von der unglaublichen Entstehungsgeschichte des Werkes, über die man zuletzt viel lesen konnte), hätte ich nicht gedacht.

    Und mit ist dabei eine Reise mit zwei Mädels eingefallen, nach Scheveningen, 1974, im Frühling, in meinem ersten Käfer, und ich sehe die Pommesbude vor mir, aus der, aus einem schräpigen Transistorradio, „Jet“ ertönte, und was in der Disco passierte, und wie wir uns Charles Bukowski vorlasen. Das ist eine leicht melancholische Story, mit verpasster Magie, dezenter Tragikomik, anstrengender Sprachlosigkeit, dass man daraus auch einen Eric Rohmer Film (aber ab 18!) hätte machen können, mit „real life camera“ – „dogma style“. Die Story wird wohl erzählt werden, demnächst. Und, übrigens, als ich unlängst, wieder und wieder und immer im Dunklen, und laut sowieso, „Band On The Run“ auflegte, las ich auch von einer anderen Schallplatte von Paul und Linda (vielgerühmt), und die ich, einmal mehr, überhaupt nicht kenne, ausser vom Namen und Cover, „Ram“. Das Teil wurde vor Jahren neu remastert in den Abbey Road Studios, und irgendwann nach den JazzFacts vom 4. April (Deutschlandfunk, 21.05 Uhr), werde ich „Ram“ in aller Ruhe hören… for the first time in my life. The first cut is the deepest.

  • This thing with „spirituality“


    As time goes by … „Soundtrack“ war meine erste Platte von Charles Lloyd, noch in Schulzeiten. Womit ich nicht sagen will, was für „smarte greenhorns“ einige von uns damals waren. Vielmehr ist es eine Tatsache, dass die Musik, die Menschen in verdammt jungen Jahren der Unerfahrenheit erreicht, oft etwas „Tiefes“ in Schwingung versetzt, mit lang anhaltenden Nachwirkungen. (Der grosse Philosoph Immanuel Kant irrte ganz und gar, als er die Welt der Musik als „oberflächliche Gemütsreizung“ abkanzelte.) Charles Lloyds Jazz war lässig, entspannt, auf fröhliche Weise exstatisch (im Hippieslang hiess das „groovy“), und voller Klanghorizonte! Those were the days, my friend! Und trotzdem kein Grund, das alles in pure Nostalgie zu verwandeln. Die JazzFacts Im Deutschlandfunk (4. April, 21.05 Uhr) schlagen so manchen Bogen zwischen der Musik von damals und der Gegenwart. Nicht nur wegen der Wiederbelebung des Labels Impulse Records. Nicht nur, weil auf ECM immer noch fantastische Solopianoalben erscheinen (was die „nächtlichen“ Sphären von Fred Herschs „Silent, Listening“ angeht, fühle ich mich an Paul Bleys „Open, To Love“ erinnert).


    Kahil El‘ Zabar‘s Ethnic Heritage Ensemble: Open Me, … 
    Fred Hersch: Silent, Listening  
    Beitrag 1 von Michael Rüsenberg („Destination Unknown“)
    A. Kalma
    , J. Chiu, M.S. Honer: The Closest Thing To Silence  
    Live At Carnegie Hall (1971) – Impulse (A. Coltrane)
    Shabaka: Perceive Its Beauty, Acknowledge Its Grace 
    Beitrag 2 von Karl Lippegaus  (Jason Weiss: Listenings)
    Fred Hersch: Silent, Listening  
    Charles Lloyd: The Sky Will Be There Tomorrow

  • Gaza ist ein Friedhof

    Es gibt überhaupt keinen Grund, Künstlern Antisemitismus und Israelhass zu unterstellen, die gegen die schweren Kriegsverbrechen der Israeli in Gaza protestieren. Ob Brian Eno, Julia Holter, Susan Sarandon, Jonathan Glazer. Um nur ein paar zu nennen. 2/3 der unschuldigen Opfer, zigtausende (!), sind Kinder und Frauen. Wer das mit unvermeidlichen Kollateralschäden rechtfertigt, verrät nur seinen eigenen Menschen verachtenden Zynismus  Widerlich das rücksichtslose Töten der israelischen Kriegsführung, so widerlich wie das entsetzliche Gemetzel der Hamas. Ich bin erschüttert von dem fortgesetztem Waffentransport nach Israel aus Deutschland. Gaza war ein Gefängnis, jetzt ist Gaza ein Friedhof. Eine Zwei-Staaten-Lösung ist die einzige produktive Lösung, Netanjahu und seine Rachepolitik versucht das mit aller mörderischen Macht zu verhindern. 

    There is absolutely no reason to accuse artists of anti-Semitism and hatred of Israel who protest against the serious war crimes committed by the Israelis in Gaza. Whether Brian Eno, Julia Holter, Susan Sarandon or Jonathan Glazer. Just to name a few. 2/3 of the innocent victims, tens of thousands (!), are children and women. Those who justify this with unavoidable collateral damage only betray their own contemptuous cynicism. Disgusting the ruthless killing of Israeli warfare, as disgusting as the horrific carnage of Hamas. I am shocked by the continued transport of weapons to Israel from Germany. Gaza was a prison, now Gaza is a cemetery. The two states solution is the only productive solution, Netanyahu and his revenge politics are trying to prevent that with all their murderous might.

    (Dear Lukas, please send this to Julia Holter)

    (Am 19. März sind in Utrecht Tausende Kinderschuhe aufgestellt worden, um auf die getöteten Kinder im Gazastreifen aufmerksam zu machen.)

  • „The Ship“ – a review and a story

    PROLOGUE

    A late summer’s night in the distant future. If there is still life, there will still be radio stations! In this case a rebuilt light tower on the lonesome crowded American West Coast, not far from San Diego. In her popular show „Off-Centre Adventures Thru Sound“, DJ Mireia Moreorless – intelligent of expression, high of heel, intoxicatingly nonchalant of superiority – takes the listener on a stroll through British music history between 1975 and 2025.

    In the space of five hours, she plays a lot of classics. A short look at her playlist reveals, amongst other gems:

    Talk Talk’s „Laughing Stock“
    Kate Bush‘s „Aerial“
    John Cale’s „Paris 1919“
    PJ Harvey’s „I Inside The Old Year Dying“
    Robert Wyatt’s „Cuckooland“
    Gavin Bryars‘ „The Sinking of the Titanic“
    Beth Gibbons‘ „Lives Outgrown“
    Brian Eno’s „The Ship“
    National Jazz Trio of Scotland: Standards, Vol. IV

    The Ship got its airplay in the middle of the night, people called that record still „spooky“ in 2135, especially „Fickle Sun (i)“. It was the first record she’d ever heard by Brian Eno; her grandfather played it one night, on a soundfile with Gustav Mahler on it. As well as The Dead Kennedys, Squarepusher, Nick Drake, John Lennon, Hamish Imlach, Ivor Cutler, Fugazi, Arvo Pärt, and some East India Youth tracks from his Mojo „album of the year 2020“.

    SETTING OF THE SCENE

    Ah … yes – the opening scene of „The Ship“. Gently does it. Nothing much happens, an oceanic view, „Music for Dead Harbours“, no humans involved, no figures in the landscape. Not yet. Things slowly unfold after minutes – the here and now will maintain the ineluctible quality of the long, faraway gone throughout.

    Life – what’s left of it – slowly awakens. The Ship drifts further off, with Brian Eno’s deep voice, hitting the low C, announcing what’s going on, delivering a Sisyphus / Lazarus job giving its best to stand the test of stoicism. This is the rise and the fall and the wash and the fade. The ebb and the flow. Sooner or later other voices will gather around within earshot – via the ether, megahertz radio chatter: ghost voices, disembodied intonations reassuring themselves they are alive. Kicking.

    All continuity fractures: a postmodern parody of a Greek choir. A crack-up, a falling apart, in comes „Fickle Sun (i)“, another poorly dimmed world …

    „and so the dismal work is done‘
    ‚the empty eyes, the end begun‘
    ‚there’s no-one rowing anymore …
    … abandoned far from any shore.“

    The tone changes from the first moment on „Fickle Sun (i). A tour-de-force without parallel among Eno’s works. These 17 minutes observe everything turn to dust and rubble. If it isn’t an unconscious channeling, Eno’s full-bodied singing during the opening passage suggests some serious source studies of sea shanties and maritime tavern songs from Northumbria down to East Anglia. Songs from similarly desperate, earthier times.

    Eno’s voice with all its treatments is a real treat. Here the passionately executed lines have their own colour and discrete shade and shape – at one point like distant cousins of The Unthanks – specialists in contemporary versions of ancient country and sea folk with its perennial cycles of love, hate and disaster.

    Ahh, sea songs.

    – Worse things happen at sea, Vladimir.

    – That is true. But you do know where we are, Estragon, don’t you? Yes?

    – No, I mean, well, … not really. Where are we?

    – On the ocean, Estragon. Floating on the ocean. Can’t you hear the waves lapping lustily? Nor hear the seagulls squawk-squawking violent regret that no sardines shall be srown into ze sea?

    – Yes, Vladimir. Well actually, no. I thought the racket was just louts! But the floor is rolling, and, well, we are standing on what looks like a fo’c’sle.

    – Right.

    – Right …

    – Do you remember the Gospels?

    – I remember the maps of the Holy Land.

    A WIDESCREEN VOID

    The sea is a recurring theme in Eno’s oeuvre: full of yearning in ‚Julie and I‘, rich in humour in ‚Backwater‘, vast and immense in ‚Dunwich Beach, Autumn 1960‘. Languid, faintly heartbroken, green and luminous in ‚Becalmed‘. The element of surrender has always been the common thread, but until now this topic hasn’t been realised with such bleakness. A starless, bible-black frieze. A widescreen void.

    This work suggests the everyday darkness of wartime. And the liminal space where every last breath is a long slowmotion leap onwards toward permanent relief from pain and trauma. And in this liminal space the cup is not broken but is so near to broken that neither ‚broken‘ nor ‚unbroken‘ fully applies. A juncture where language for now, has stopped working, its semantic flow interrupted.

    Out of nowhere, in this album of constant losses and sudden appearances, an electric guitar suddenly howls painfully before decaying, at length, into oblivion. This old instrument is an unexpected guest here (especially with its history and associations. Goosebumps and shock value guaranteed. Christian Fennesz couldn’t have done it better here. Nor Edgard Varèse).

    Then, into this overwhelming symphonic microcosmos comes the Scott Walker moment – fifty or more more hot shots of brass, da Daa DAAA. Highly effective in its apparent simplicity (and, yes, phonetic approximations are ridiculous when you’re trying to describe the way your breath is being taken away here). Think of it as an Ernst Jandl anti-war poem: ta Taaa TAAA. Again&again&again&AGAIN. Crescendo time. Shoot me to the end of night.

    After this (the track’s climax – in fact the climax of the whole album) the song turns into a highly sensual study of decay, or, more precisely, a mourning: ‚All the boys are going down / Falling over to the ground‘. If a textbook ever covers the parallels between the works of Gustav Mahler and contemporary music between 1970 and 2020, then ‚Fickle Sun (i)‘ will have an entire chapter devoted to it.

    ILLUSION OF CONTROL

    Not that we know anything of Eno having a thing for the Austrian composer, but the point’s simple – while the likes of Wagner liked to pour on emotionalism and actorly heroics, Mahler lets all the pathos trickle away, the icebergs of grand musical gestures are always being melted down to the textures of wastelands – lost illusions of control.

    So does Eno in the closing moments here. Single vocal lines linger. Mumblings of the dying (‚ … when I was a young soldier … ‚). But no-one’s seeing light on the other side, or angels pulsating in the corners of the frame. There’s something in the absence of dancing photons in the peripheral vision. Probably best not try to describe in detail what goes on in the final passage, where the echo chamber of voices takes over – cos it could easily sound like a lysergic acid-submerged moment out of a Philip K. Dick-novel.

    Over the waterfall. That’s a simple way of putting it.

    THE WEB HAD DIED YESTERDAY

    „Fickle Sun (ii)“ is a Speaker’s Corner surrounded by a sea of turmoil, disturbance, entropy, weird beauty and unrelenting loss. After two long compositions dealing with the cost of hubris and the solitude of dying, when this track appears it’s like an aftershock. All quiet, but the ground still shakes, and the album’s central topics bounce around like semantic UFOs in the mind’s sky: „… The hour is thin / Trafalgar Square is calm / Birds and cold black dark / The final famine of a wicked sun …“ 

    Spoken by actor Peter Serafinowicz in a voice that defies drama and distance, and accompanied by a delicate, minimal piano figure that knows where to hold breath, the piece sets the listener’s mind afloat and wondering – with all its verses, quotes and lines derived from the „Markov Chain Generator“: „And the web that died yesterday / I was a hard copy version / I turned my eyes directly to hate“

    Using a mix of computer-generated chance operations and last refinements of a human being, this „man-machine“ is the perfect link between what came before, and what will come after. It’s a clearing of thoughts without leading those thoughts in a certain direction. Sharp and short as this track appears, it creates a properly surreal mental space: „Tired of what the world has yet brought forth / With the women wavin‘ at war“.

    ROLLING ON THE GROUND

    The whole beast is a contemporary lamento of the highest order and ends with a jukebox-song you possibly can’t resist to get lost in. Sounds strange? It does. Brian Eno often looks for a resolution, a passage of release, on the final tracks of his works and has done so since HERE COME THE WARM JETS and TAKING TIGER MOUNTAIN (BY STRATEGY).

    Not being a rule he hasn’t broken from time to time (think of ANOTHER DAY’S ON EARTH’s frightening finale „Bonebomb“, a favourite track of David Bowie), Eno offers a state of momentary bliss with his version of the old Velvet Underground-track „I’m Set Free“. Bleak existenzialism of the original turns into a gospel-tinged, future „evergreen“, with swelling strings and singing of the stone melting kind.

    After the long and immersive journey this masterpiece (yes, that it is!) has been inviting you to before (a hell of a ride, executed with passion, stoicism and sadness in equal parts, sonically adventurous throughout), one probably is easy prey for this hymn on its way to rock bottom or heaven’s saving grace, until the very last, dying note – not overhearing the undercurrent of melancolia:

    „ … Now I’m set free /
    I’m set free /
    I’m set free to find a new illusion … „

    EPILOGUE

    The Feint Gunpowder Blue

    The feint gunpowder blue of early morning light reflects in her pupils as DJ Mireia Moreorless breathes in deeply and exhales. She’s closing her marathon of British old time avant-greats with Robert Wyatt’s ‚Sea Song‘ and a twisted tale about a big wave by Ivor Cutler. These nights at the lighthouse radio station are her preferred mode of time travel – but now, under a postmodern California sky, she’s just happy to see her cyborg lover Kasumi waiting at the entrance area in a carmesin red Austin Mini Hydrogen. A soft kiss, and Kasumi lets herself smile broadly at the vision in the passenger seat.

    Au Pont de Neuilly

    Let’s pause for a short while here, since you may possibly want a bit more about Mireia. If she’s a type, she’s the woman you sometimes see on the Paris Metro. She doesn’t see you. She’s probably on her way to Pont de Neuilly via an interchange to Line 1. Idiots stare at her. But you don’t, and don’t need to, because her nonchalant superiority shoots like moonbeams in a billion directions, and those moonbeams even in peripheral vision are in themselves a cosmic blessing.

    Time Itself Could Escape

    The secret is simple – she never realised the world’s pedestal for her. Her dad was watchmaker who invented a tourbillon that could counter the effects of gravity so well that time itself could escape its strictures within the space-time continuum. Her mum was a nurse. To her, being a DJ is a humble occupation.

    Bullets of Adulation

    People fire bullets of adulation her way, all the time. And every single time, they miss. But one day, soon, she will meet her match. And life will move haltingly in the light, for a second, while in another hemisphere stars will fall across the sky in 1000s at random, speeding along brief vectors from their origin in a question mark to their destinies in dust and the nothingness that is nowhere and is endless.

    Night Flights Over Los Angeles

    She first met Kasumi in a supermarket in Carmel, sometime during a week-long early autumn surfing trip. It didn’t take long to register. They have so many interests in common – leftfield music, jukebox culture, exotic car travels, French cuisine, tantric sex, helicopter night flights over Los Angeles, ghosts, rivers, standing stones, Bakerloo Line moquette, Highland castles, Curly, Larry, Moe, Shemp, lucid dreams, tea, clouds, rain.

    Slowcommotion Wilderness

    The night’s programme of music has been immersive but there’s no suggestion of fatigue. Mireia’s senses are still in fifth gear. At home, in their tiny beach house, they make love to one another, today in their „slowcommotion wilderness“ mode that doesn’t involve much movement. Afterwards, Mireia falls asleep almost immediately, and when she wakes up four hours later, she remembers a dream with a wooden jukebox and her grandfaher telling her about when there had been a jukebox revival in the early 21st century.

    Coq au Vin

    She opens her eyes, and sees Kasumi preparing coq au vin for the evening. After a short swim in the ocean, she moves through the living room and puts a vinyl record on their record player, an ancient „VPI Prime Forward iii“ designed by machines in Japan and manufactured by other machines in New Jersey in 2055. She puts on one of her evergreen albums from the era of last night’s journeys through old Britannia, Brian Eno’s „Oblique Collection of Antique Jukebox Adventures“, a big seller in 2025.

    Irony of Fate

    That guy who once coined the term ambient music, had his biggest commercial success (irony of fate) with a collection of heartwrenching, nevertheless strange versions of classic and bizarre pop songs. Eno once had an a capella group (just for the fun of singing), and one of the rules was never to publish any of the things they were doing in the comfortable space of his studio. But then, he gave it a second thought.

    Django Rheinhardt

    Who covers their covers in glory? Johnny Cash has done it (and brilliantly so in his last years), Bryan Ferry has done it, Patti Smith has done it, Cat Power has done it, Willie Nelson has done it. Kasumi won’t. She improvises lyrics to crackly bakelite Django Rheinhardt favourites like „Minor Swing“ and „The World Is Waiting For The Sunrise“, but only sings them unaccompanied, in the shower.

    Eno listed songs he liked very much, and focussed on those where he was confident enough to add another unknown layer. And of course the final choice had to suit his way of (very British) singing with slim vocals, and no big paint brush.

    801

    Mireia looked on the tracklist while the first song was playing: a dark earcandy version of Ray Davies‘ „Rainy Day In June“ followed by a new version of The Beatles‘ „Tomorrow Never Knows“, Eno himself had once sung on Phil Manzanera’s „801 Live“. A really special collection, including two Everly Brothers classics, The New Vaudeville Band’s „Winchester Cathedral“, Scott Walker’s „It’s Raining Today“, Tom Waits‘ spoken-word piece „What’s He Building“, and The Doors‘ „People Are Strange“.

    Denouement

    When the Doors song finally appeared, Kasumi appeared. She put her arms around Mireia, and they both sang along with Eno’s singing:

    „People are strange when you’re a stranger
    Faces look ugly when you’re alone
    Women seem wicked when you’re unwanted
    Streets are uneven, when you’re down
    When you’re strange, faces come out of the rain
    When you’re strange, no-one remembers your name“

    – written by Michael Engelbrecht and Ian McCartney, all photos shot on Sylt (minimally revised in spring 2024)

    „Wow! Michael, this is the most brilliant review I’ve ever had. Thank you so much. I shall treasure this (- and of course send it to everybody! – I’ve already sent it to Peter Serafinowicz). It’s not only a great review in the normal sense, but it’s a ‘great’ review as in a great piece of writing. Fantastic idea, to write as though looking back from the future. Funny you should mention Ernst Jandl. He was a key figure in my life: I saw him at the Poetry Olympics in London in June 1965 – a barrel-chested, red-faced, stocky presence, unusual amongst all those slightly effete Americans like Allen Ginsberg and Lawrence Ferlinghetti. What he did that evening is the only thing I clearly remember – the rest of it has sort of merged together into a sort of general stew of 60’s beat poetry. Please give my regards and thanks to Ian. Brian“

    (Eno’s reponse after the first of posting of the text, 2016, a week before its release.)

  • Piece for late hours

    there was a time we stretched the afternoon
    til all those lights from windows, cars, first fireplaces
    made us look for hints, traces of black skies
    to finally open its gates for the rain
    for songs about even harder rain hitting, bathing
    us, invincible children with a mission.


    … maybe some of you had read this poem before. It is one of my fave poems about certain days of old. I remembered it some time ago, and it took me a while to find it again… the author was old enough to think maybe of some classical rain songs from CCR, or whoever. The music fits perfectly into this blow away zone.

  • Ein kleiner historischer Roman

    Auf den ersten und zweiten Blick könnte das Cover des Buches schon Jahrzehnte lang in einem Buchregal stehen, es wirkt, als wären die blassen Farbtöne schon ermattet. Die Geschichte selbst reicht mit langem Atem, frappierender Genauigkeit, weit gefächerten Stimmungsbildern, hell aufblitzenden Momentaufnahmen, tragischen Zuspitzungen, tief in die Wirren der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts: ein bayerisches Kaff im Hinterland, das alte Regensburg, und eine Autorin, die souverän alles Pittoreske und Pathetische meidet. Perfekt erzählt sie eine dunkle Kriminalgeschichte. Und auch als Nicht-Bayer findet man nach kurzer Eingewöhnung in die lokale Mundart hinein. Mehr wird hier nicht verraten. 191 Seiten kosten 16,90 Euro.

  • „Flickers in windows with 40-watt bulbs and TV“

    good that I‘ve never been a fan,
    just an enchanted listener –
    and, sadly so, two, three imaginary
    records did, what imaginary albums do,
    they‘ll never appear. Here, one song
    of those two or three neverever works
    to dream about


    Dieser Song wird zu hören sein im Abspann der bald Premiere feiernden Doku über Brian Enos Werk und Leben. Kein Lied aus dem Archiv, eher ein aus dem Ärmel geschütteltes, neues Lied, ein Rückblick auf gelebtes Leben, mit wundersam beiläufigen Zeilen, die einst dem jungen Eno so leicht von der Hand gingen. So ist das mit der Stimme im Alter, sie rutscht tiefer, hat nicht mehr die gleiche Strahlkraft, another gravity. Von mir aus könnte er gerne zwölf Songs dieser Art in Szene setzen…aber da sind wir wieder bei den imaginary albums.

    All I remember if gathered together would be
    Solitary fireworks flashed over a fathomless sea
    I try to recall all the treasures I found in those days
    But the connection is weak
    And the moment is lost in the haze
    Feeling new feelings
    Ketty Lester
    , Dee Clark, Bobby Vee
    Walking the dyke out to dark
    Where the river turns to the sea
    Flickers in windows with 40-watt bulbs and TV
    The flurry of gnats in a meadow, sunset 1963