Fly me to the moon, let me play among the stars.
Bei den diesjährigen GRAMMYs fand ein Clip mit einem hinreißenden Auftritt von Cynthia Erivo meine Aufmerksamkeit. Die sehr emotionale Performance dieser exklusiven Sängerin war eine Hommage an Quincy Jones, der im vergangenen Jahr verstorben ist. Erivo wurde von dem 77 jährigen Herbie Hancock am Klavier begleitet. What a joy to listen to such a great voice and musican . Das Original “ Fly me to the moon“ wurde von Bart Howard verfasst. Frank Sinatra sang eine Swing Version, die Quincy Jones arrangiert hatte. Es war in der Zeit, als Apollo zum Mond geschickt wurde. Cynthia Erivo sang sie als Erinnerung an Quincy Jones. Just great.
Die big glammour Show hat ja doch zwischendrin hõrenswert Verstecktes von höchster Qualität. Man muss es nur entdecken. Wer den großartigen Clip noch nicht gesehen hat, findet ihn ziemlich weit hinten auf HTTPS://live.grammy.com
Der Zusammenhalt. Ein Alpenmärchen
In jedem Erwachsenen lebt noch das Kind
Manga wusste nicht, wie sie in die ihr vollkommen ungewohnte und fremde Gegend geraten war.
Sie war an einem schneebedeckten Berghang aufgewacht.Als sie sich aufrichtete und umhersah, entdeckte sie auf der gegenüberliegenden
einen Wolf- Er stand da mit gefletschten Zähnen- Sie rief blinzelt hinüber: Hey Wolf, Rotkäppchen war schon.
Er knirschte über den Grat: Du hast so schöne breite Wangen, zum Reinbeissen schön- Manga kullerte ihre Augen rund um die Stirn ,
klimperte heftig mit einem verführerischen Augenaufschlag: Ach weisst du, die Welt ist so ohne Hoffnung, lass uns wenigstens zusammenhalten in der verheerenden Lage.
Der Wolf hatte ihr sitzend zugehört. Langsam erhob er sich und sprang mit einem galanten Riesensatz hinüber zu ihr. Wow, staunte das Mädchen,
Das kann ich nicht. Ich kann dafür singen und tanzen, das werde ich dir bei Gelegenheit beweisen.
Sie liefen gemeinsam den Berg hinauf. Oben angekommen sahen sie weit und breit nur Berge. Kein Haus, kein Licht, nichts-
Was werden wir essen, fragte das Mangamädchen. Lass mich dafür sorgen, mit mir wirst du nicht verhungern..
Sie hätte den Wolf am liebsten getätschelt. Wo werden wir schlafen. Überall gibt es Felsvorsprünge dafür.
Weisst du, ich weiss garnicht wie ich hierherkam. Bei mir zuhause blühen die Kirschbäume auf grünen Wiesen.
Es ist bestimmt schön dort, woher du kommst.Aber dort bin ich nicht, ich bin ja hier mit dir, wir sind zu zweit, das ist doch auch schön.
Ja stimmt, aber hier ist es so kalt. Ich werde dafür sorgen, dass du immer warm hast.. Manga lächelte ihn an: du bist so liebevoll.
Ach weisst du, ein böser Wolf war schon. Ich gebe mir Mühe der Welt zu zeigen, dass es auch anders geht.Soll heissen, der Welt etwas Bleibendes zu geben:
Es soll mal erzählt werden: da lebte ein Wolf in der Bergwelt, der bis zu seinem Ende liebevoll zu einem fremden Mädchen war.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
Der Neubeginn
Sie betrat den neuen Ort, wo sich die Häuser aneinander schmiegten wie die Kühe auf einer sommerlich kargen Weide, unter dem einzigen schattenspendenden Baum. Mit der Höhenluft hatte sie keine Probleme, eher mit der Kälte und den glatten Wegen. Letzte Nacht hatte es minus 10 Grad, sie war froh, dass ihr Herz nicht eingefroren war. Sie hatte den anderen Ort verlassen, weil ihr die Menschen dort lieblos, achtlos und unfreundlich vorkamen. Es gab eine Ausnahme, eine Jugendbuchschriftstellerin hatte sich zunächst als freundschaftstauglich erwiesen, was sie dazu veranlasste, länger an diesem Ort zu bleiben. Dieser Trugschluss wäre ihr fast zum Verhängnis geworden. Das Hinübergehen zu dem anderen Ort war zwingend. Schnell entdeckte sie durch das Staunen über die beeindruckende Naturlandschaft neue Lebensblicke. Die bizarre Bergwelt war eigentlich nicht ihre auserwählte Landschaftsform, das ewige Hoch- und Hinunteruntergehen empfand sie als Stagnation. Dagegen bot der weite Ozean mehr Raum für ihre abzuladene Welt. Trotzdem spürte sie die magische Anziehungskraft der tiefen Bergseen, die Miniaturen ihrer gewohnten Lebenswelt darstellten. Es gab einen Maler, Ferdinand Hodler, der ihre beiden Formationen grossartig und vor allem künstlerisch tröstend verbinden konnte. Als die Gondel sie einlud, den Gipfelkranz aus der Höhe andächtig zu betrachten, spürte sie, dass sich stets in jedem Neubeginn , trotz kleinerer Verwerfungen, eine solide, feste Form findet..
Für das Neue Jahr alles Gute.
Nikolauswünsche von Lajla:

01. Alles von Jackson Browne
02. Eva Klesse Quartett, Stimmen
03. Reba Mc Intyre, Consider me gone
04. Lainey Wilson, Country ist cool again
05. Carrie Underwood, Before the Cheats
06. Miranda Lambert, I ain’t in Kansas City anymore
07. Willie Nelson, Last leaf in the tree.
08. Einstuerzende Neubauten, Rampen
09. Jeff Parker, The way out of easy
10. Und immer Anton Bruckner, Te DeumLajlas Büchertipps für den langen Winter
1. Paolo Cognetti: Unten im Tal
Wer Paolo noch nicht kennt, sollte ihn sich einmal vornehmen. Acht Berge hiess der Roman, den ich verschlang und der mir den Namen Cognetti für immer in mein Lesehirn meisselte. Er liebt die Einsamkeit der Bergwelt, dort lebt er, von dort bricht er auf, darüber erzählt er. Er findet einen Wortschatz für Naturbeschreibungen, die ich so noch nicht gelesen habe. Es ist eine einfache, kontrastreiche Prosa, in die er Menschen erzählt lässt, die unterschiedlich nicht sein könnten. Unten im Tal ist eine Anlehnung an Kain und Abel, es geht also um zwei Brüder.
2. Baptiste Morizot: Philosophie der Wildnis – oder – Die Kunst vom Weg abzukommen
Baptiste Morisot ist ein junger französischer Philosoph, der zu meinen Neuentdeckungen gehört. Da traut sich einer, nicht den Weg als Ziel zu erklären bzw. nach Markierungen zu wandern. Er verlässt bewusst die Pfade, um in den Unwegbarkeiten der Natur hinter die Geheimnisse zu schauen. „Eingewaldet“ will er die Ordnung der Welt neu bereichern.

3. Sybil Gräfin Schönfeld: Kochbuch für die kleine alte Frau
Sie ist nicht zu verwechseln mit der ehemaligen DIE ZEIT Herausgeberin Marion Gräfin Dönhoff, aber auch Gräfin Schönfeld schrieb für das Magazin, allerdings nur immer zum Thema Essen und Trinken. Das schmale, sehr fein erzählte Kochbuch, ist etwas für Single-Haushalte, aber nicht nur. Wer in den precious Topf hineinschauen will, wird mit leckeren Rezepten überrascht. In der Erzählung „First taste of Paradise“ gibt sie das Rezept von „Astrids Apfelkuchen“ preis:
In einer grossen Pfanne lässt man 350gr Semmelbrösel, 150gr Butter, 100 gr Zucker und eine Prise Salz unter ständigem Rühren blond werden, würzt mit einer Prise Zimt und nimmt die Pfanne sofort vom Herd, weil der Pfannenboden nachheizt, sodass die Mischung zu dunkel werden könnte.Die Hälfte der Zuckerbrösel in die gut gefettete Kuchenform füllen, glatt streichen, mit einer Lage sehr festem Apfelmus bedecken und auf der die restlichen Butterbröselmischung verteilen. In den auf 200 Grad vorgeheizten Ofen schieben und etwas 20 Minuten backen. Dazu am besten Vanillesauce.
4. Florian Schroeder: Unter Wahnsinnigen. Warum wir das Böse brauchen
Ich kenne und schätze Florian Schroeder als Kabarettist. Ob er auch als Philosoph durchgeht, kann ich noch nicht beurteilen. Ich habe gerade begonnen, das Buch zu lesen, es ist schmunzelreich, das bekommt man auch selten in der Literatur geboten.
You can always come back, but you can’t come back all the way
Diese Zeilen aus Bob Dylans Song „Mississippi“ sind bezeichnend für seinen Auftritt gestern in Düsseldorf. Wie kann er seinen langweiligen Auftritt vor 7.500 Gästen legitimieren? Braucht er die Einnahmen von 7 Millionen? Für was? Es ist nicht interessant. Er kommt in seiner Cloud, hält sich am Piano fest und seine gute Band überspielt galant seine Notenpatzer. In dem Dimmer Wohnzimmerlicht erkennt man ihn eh nicht, ja, aber hallo, das ist doch Dylans voice, überall sind Mischpulte, wahrscheinlich auch an der Decke. Er singt unverkennbar, 1 Stunde 45 Minuten und nie kam mir ein Konzert langweiliger und never ending vor. Freiwillig wäre ich nicht hingegangen. Es war ein Geschenk. In Bad Ischl, der diesjährigen europäischen Kulturhauptstadt spielt Hubert von Goisern, der aus der Gegend kommt und den ich sehr verehre, unangesagt jeden Abend in irgendeinem Club. Man darf immer davon ausgehen, dass es ein sinnliches Musikerlebnis sein wird. Diese Garantie bringt Bob Dylan nicht bzw. nicht mehr. Von manchen Konzerten hört man schwärmerische Kritiken, weil er doch tatsächlich mal gelacht hat oder sich am Ende bedankte. Wow! Joni Mitchells Auftritt vor zwei Wochen war auch nicht das ganz große Musikerlebnis, immerhin singt sie noch ganz passabel Neues und freut sich zusammen mit ihren Fans. Große politische Statements hat sie nie gesungen, aber eben Bob Dylan. A hard rain oder Masters of war sind meiner Meinung nach ein Must Sing in dieser wackligen Weltlage. OK. Er war da, er kann nicht mehr den ganzen Weg gehen. Das konnte man sehen und hören.
Peace.
Women.On.Fire.
she wanted to be a blade
of grass amid the fields
but he wouldn’t agree
to be a dandelionshe wanted to be a robin singing
through the leaves
but he refused to be
her treeshe spun herself into a web
and looking for a place to rest
turned to him
but he stood straight
declining to be her cornershe tried to be a book
but he wouldn’t readshe turned herself into a bulb
but he wouldn’t let her growshe decided to become
a woman
and though he still refused
to be a man
she decided it was all
rightby Nikki
Kris Kristofferson 🙋🥁
Meine letzte Begegnung mit Kris Kristofferson war auf den Färöern. Ich besuchte das Nordic House in Torshavn. Dorthin war ich wegen der nordischen Architektur gefahren. Dort entdeckte ich einen wunderschönen Holzpavillon, den Kris jedes Jahr für kleine Konzerte benutzte. Ich hatte ihn um einen Tag verpasst. Ich fragte, und suchte ihn überall. Es hieß, er sei schon abgeflogen. Heute schickte mir ein Freund einen Nachruf, wo ich erfuhr, dass Kristofferson auch Hubschrauberpilot war. Das erklärt natürlich seine Nicht-Auffindbarkeit.
Meinen Bericht über die Färöer Inseln findet Ihr HIER!
In den Miniaturen der Klänge
In der letzten Sendung ging Michael mal wieder weit in die Klangwelt hinaus, und als er über Port Townsend sprach, wehte eine Erinnerungsfahne an mir vorbei, auf der Puget Sound stand. Er sprach über den Gitarristen Miles Okazaki, der am äussersten Ende der Olympic Peninsula geboren worden war. Aus privaten Gründen war ich nach Seattle gereist, die Stadt von Jimi Hendrix, Microsoft und Amazon. Schon damals hat mich der Anblick von den Hightech Freaks in Wanderschuhen auf der Fähre über den Puget Sound begeistert . Der Busfahrer auf der anderen Seit von Seattle warnte mich vorsichtig vor dem Wald, indem verschiedene Indianerstämme leben. Er bot mir an, mich an einer markanten Stelle abzusetzen, um mich auf seiner Retourfahrt dort aufzugabeln.Nach ein paar Stunden begriff ich die Warnung und nahm das Angebot an. In dem Indianerwald taumelten einige betrunkene Gestalten an mir vorbei, ich konnte sie nicht einordnen und verhielt mich still. Also fragte nichts und niemanden. Später im Bus erklärte mir der Fahrer, dass die Indianer mit ihrem Leben unzufrieden seien, sie leben von Feuerkörpern und Schnitzereien für die Touristen und betrinken sich häufig. Mein Plan bis nach Port Townsend hochzufahren war leider abgebrochen.
Von den Miniaturen von Amerika möchte ich mich verabschieden und mich aus der kleinen Welt im Ruhrgebiet melden. Vom Puget Sound zum Pulverweg in Duisburg. Dort wurde heute der älteste Schallplattenladen 70 Jahre alt. In den Strassenniederungen der Innenstadt hebt er sich nicht heraus, er liegt plötzlich vor mir, so alsob ein Bergmann sich hierher verirrt hat: Ja, watt is datt geez? Schallplattenladen. Kannze für. Rolf arbeitet seit 20 Jahren in dem kleinen Laden. Ich frage ihn nach Veränderungen seit dem Internet. Und ob die jungen Musikhörer überhaupt noch wüssten, was eine LP sei. Er schüttelt den Kopf und meint, dass die auch nicht wüssten, wo der Eiffelturm stünde. Aber auch ältere Sammler kämen in seinen Laden und können nicht mehr sagen, was sie zuhause alles stehen haben. Alles sei ordentlich im Netz gelistet, deswegen schnell abrufbar. Ich frage ihn nach seinen drei liebsten Platten. Beatles, Stones und Kinks. Ich bin etwas enttäuscht über die ourgenerationmainstreamanswer. Ich frage ihn nach LPs oder CDs von Jackson Browne. Er hat nichts von ihm in seinen Archiven, er mag ihn nicht. Ich frage , warum nicht? Lieber Metallica. Ich gehe zu seinem Jazz Sortiment, erwähne Miles Okazaki, ob ich ihn hier finde. Nee, den kennt er nicht, ob der noch am Leben sei. Ja, sage ich, seine neue CD heisst „Miniature America“. Er googlet, er liest, er hört und sagt dann: den merke ich mir.
