“Belladonna Nocturne“ (18. Juni)

„More background HERE“
Was Emmylou Harris hier wohl anstellt, in dieser neuen Nachtmusik, wenn sie einmal auftaucht? denn es soll ja ein Instrumentalalbum sein. Das erzählte mit Monsieur Lanois vor langer Zeit zu „Wreckin‘ Ball“ :
„Wir brachten für die Aufnahme von »Wrecking Ball« ein sehr gemischtes Team zusammen. Der Mix der Charaktere hat viel mit dem Resultat zu tun. Ich mochte es immer, verzweifelte Seelen einer bestimmten Sorte einzuladen. Larry Mullen am Schlagzeug wirkt hier recht überraschend, aber ich kenne seine Faszination für Country; hier fand er eine Gelegenheit, diese Leidenschaft auszuleben – an den dunklen Rändern von Country – und einmal aus dem »System« U2 auszusteigen. Der Bassist kam vom Funk. Keine homogene Einheit, und doch konnte man bald die Logik hinter dem Wahnsinn erkennen.
Ziemlich früh stießen wir auf einen aufregenden Sound, Ich nannte ihn den »Sound der Crystals«. Die Crystals waren eine Vokalgruppe aus den frühen 60ern mit einem mysteriösen und energetischen Sound. Mir war nie klar, wie sie diesen Sound hinbekamen, vielleicht war es sogar eine Phil-Spector-Produktion. Ich stieß zufällig darauf, hatte die Kopfhörer auf, war mit Emmylou im Studio, sie sang, und am Ende des Liedes sagte ich zum Toningenieur Malcolm Burn: »Berühre nichts, nimm deine Hände vom Mischpult, ich will analysieren, was wir da haben!« – es war etwas Besonderes, ich wollte diesen Sound nicht einfach festlegen, ich wollte ihn betonen, gestalten, verstärken. Und es war auf einmal gleichsam der „Sound der Crystals“, der sich in Emmylous Mikrofon hineinschlängelte; zwischen ihren Gesangslinien und all der Kompression, die wir benutzten, entfalteten sich die Instrumente wie in einem Riesenpilz. Ich entschied, dass die Musiker ganz nah bei Emmylou spielen sollten.“
Asher Gambedze, Jeff Parker ETA IVtet, Lambchop, The Mountain Goats, Daniel Lanois, Pan American, Andrew Wasylyk, Björn Meyer, Jason Moran, Bill Wells, Aldous Harding, Kevin Morby, Kurz Vile, And Also The Trees, Tinariwen, Sunn O))), Irmin Schmidt, Eivind Aarset, Boards Of Canada, Seefeel vielleicht auch – da braucht es keine Halbjahresliste zur Auffrischung des Gedächtnisses, das füllt ja nun schon aller Voraussicht nach mehr als die Hälfte meiner zwanzig „desert island-Lanzarote-Alben“ für 2026.
Ein Kommentar
Lajla
Ich komme rüber und hole mir die Hälfte davon auf meine musikarme Insel:
Lambchops und Mountain Goats, Emmylou, alles was du von ihr mithast.
Daniel Lanois claro, Tinariwen könnte ich live auf Gran Canaria erleben.