Der kurze Brief zum langen Abschied


Bei dem Titel des Posts könnte man an den alten Schmöker der Innerlichkeit denken, an die seltsame Verfilmung von Herbert Vesely von 1974, und die Filmmusik von Brian Eno, aber das ist eine optische Täuschung. Kleiner Sprung, verwandtes Thema: seit One Man’s Treasure aus dem Jahr 2005 hat Mick Harvey, einstiger Bad Seed bei Nick Cavem eine Reihe von Alben veröffentlicht, auf denen er Originalsongs mit Überarbeitungen seiner beliebtesten Songs mischt. Jetzt schließt er dieses Projekt mit einem Album ab, das von Abschlüssen, Abschieden, Untertauchen, Sentimentalität und purer Melancholie geprägt ist. Originaltitel wie das von Streichern getragene und doch subtile „Heaven’s Gate“ – mit einer reichen, zarten Stimme – fügen sich anmutig und thematisch in Songs von The Saints, Fatal Shore und Lee Hazlewood ein. Hier zu hören ist Harveys bis ins Mark gehende, dekonstruierte Klavierversion von Neil Youngs „Like A Hurricane“, die sowohl zerbrechlich als auch mutig ist, und eine schöne Endnote. Auch die beiden alten Filme von Kira Muratowa – voller Endnoten und Abschiede. (michael engelbrecht and his source)

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